Verbindliche Grundlage der Teilnehmenden an den Gruppenstunden

  • Wir tragen keine Informationen aus den Gruppen nach draußen (weder darüber, wer teilgenommen hat, noch darüber, was gesprochen wurde).   Schweigepflicht ist bedeutend. Bitte lesen Sie die Ausführungen weiter unten.
  • Die Teilnahme an Gruppen ist unter Einfluss von Alkohol, Drogen usw. nicht gestattet. Davon ausgenommen sind ärztlich verordnete Mittel, die in der vorgeschriebenen Dosierung eingenommen werden.
  • Alle Teilnehmenden sind gleichwertig und gleichberechtigt. Jede/r ist für sich selbst und für die Einhaltung der Gruppenregeln verantwortlich. Die Therapeutinnen schützen, unterstützen und begleiten die Gruppenaktivität der Teilnehmenden.
  • Wir begegnen uns in einer freundschaftlich-wohlwollenden, ehrlichen Grundhaltung.
  • Wir bemühen uns um gegenseitiges Verständnis und Einfühlung in der Absicht, uns einander durch den offenen, ehrlichen Austausch von eigenen Erfahrungen, Empfindungen und Gefühlen zu nützen.
  • Wir sprechen in der ICH-Form. („man“ wird nicht benutzt. Statt dessen z.B.: Ich höre… ich sehe… ich nehme wahr… ich freue / ich ärgere mich…).
  • Wir sprechen nicht „um die Ecke“ über andere, sondern wir sprechen andere Teilnehmende direkt an.
  • Wir geben Erfahrungen weiter, aber keine Ratschläge, Tipps, Hinweise usw.
  • Wir bewerten nicht (weder das Gesagte, noch die Handlungen anderer und keine Personen selbst).
  • Wir interpretieren und deuten Aussagen anderer Teilnehmender nicht.
  • Niemand ist verpflichtet, etwas beizutragen oder Fragen zu beantworten.
  • Wir lassen andere ausreden. Ausgenommen, wenn jemand eine Störung empfindet.
  • Störungen haben Vorrang. Zum Beispiel: wer sich verärgert, verletzt, gestört oder gelangweilt fühlt, darf und sollte diese Missstimmung der Gruppe mitteilen.

Therapievereinbarung zur Schweigepflicht

Die Bereitschaft, sich mit sehr persönlichen Lebenserfahrungen, Gedanken, Gefühlen und dem Erleben anderer Teilnehmenden in die Gruppenpsychotherapie einzubringen, setzt einen geschützen Rahmen voraus, in dem ein sorgsamer und vertraulicher Umgang mit den von den Gruppenmitgliedern anvertrauten Informationen sichergestellt ist. Im Unterschied zu Gruppenleitenden, die als Angehörige ihres Berufsstandes der gesetzlich geregelten Schweigepflicht (§ 203 Strafgesetzbuch) unterliegen, besteht eine analoge Regelung für Teilnehmende an einer Gruppenspsychotherapie nicht.

 

Der vertrauliche Umgang mit den von anderen Gruppenmitgliedern anvertrauten Informationen dient nicht ausschließlich dem Schutz des Einzelen. Vielmehr sichert das Vertrauen in die Verschwiegenheit der Gruppenteilnehmenden die Funktion und Arbeitsfähigkeit der psychotherapeutischen Gruppe.

 

Jeder Teilnehmende verpflichtet sich daher, Informationen, die einzelne Teilnehmende oder die Gruppe betreffen, nicht an außenstehende Dritte weiterzugeben. Sollte sich jemand dennoch im Einzelfall nahestenden Dritten anvertrauen, so trägt er/sie dafür Sorge, das Daten und Geheimnisse aus der Gruppe ausschließlich

 

  • anonymisiert (notwendigenfalls auch verfremdet, um die Anonymität der Teilnehmenden zu schützen)
  • in einem nicht-öffentliche, geschützen Rahmen (z. B. zu Hause gegenüber der/dem LebenspartnerIn, EinzeltherapeutIn, Ärztin/Arzt, etc.) und
  • mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Informationen

 

weitergeben werden. Diese Verpflichtung gilt über den Zeitpunkt der Teilnahme an der Gruppenpsychotherapie beziehungsweise das Bestehen der Gruppe hinaus und gilt auch gegenüber bereits ausgeschiedenen Gruppenmitlgiedern.